SCHÖNE GESCHICHTEN
EINE LIEBESERKLÄRUNG
AN EIN WUNDERBARES FREIBAD
Lockruf der Wildnis
In den Jahren, in denen ich Redakteur beim Frankfurter Satiremagazin »Titanic« war, kam irgendwann klammheimlich eine kleine Depression an mich herangeschlichen und hielt mich sacht, aber unnachgiebig für ein-zwei-drei Wochen grau im Griff.
Gegen Abend wurde mir immer schrecklich trist zu Mute, und am nächsten Morgen erwies sich diese Tristesse zu meinem Erschrecken sogar als noch steigerungsfähig. Mein Gemüt lag matt im Schlamm, das bislang so pralle Leben hatte plötzlich keinen Saft und sogar der Schenkelschluss der Weiber keine Kraft mehr. Ach ...
Depressionen? – Nicht im Freibad!
Irgendwann wurde Freund und Kollege Bernd Pfarr mein Blues zu langweilig und er verordnete mir eine Kur a la Epikur: Hedonismus pur! Gleich am nächsten sonnigen Morgen lud er mich in seinen Mercedes-Oldtimer, cruiste mit mir und offenem Verdeck durch's sommerliche Frankfurt und setzte mich in seinem Lieblings-Freibad in Hausen auf die Wiese wie ein kleines Kind.
Und das machte er – »Aaah, die Freuden des Freien!« (F. K. Waechter) – drei komplette Werktage lang gusseisern hintereinander. Und ich ließ es gern mit mir machen. Und nach diesen drei Tagen war ich wieder geheilt. Mein Gemüt schwang sich erneut empor zum Licht, das Leben funkelte wieder verlockend wie ein Diamant ... na, und der Schenkelschluss der Weiber erstmal – ach! (Zur Freibad-Kur hier lang)
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EINE INTIME BEATLES-BEICHTE
Wilde Jahre
mit John Lennon
mit John Lennon
Immer, wenn ich – wie zum Beispiel jetzt gerade – mit großem Genuss alte Beatles-Songs höre, ist mir das seit neuestem nebenbei auch immer etwas peinlich. Warum? Nun ja. Wahrscheinlich, weil letztens auf einer Party, als ich gerade ein paar wilde Stories aus meiner Rockband-Zeit zum Besten gab, eine der umstehenden jungen Damen mich interessiert fragte: »Wann war denn das?«
Und als ich völlig unbefangen antwortete: »Na, vor zwanzig Jahren oder so ... oder vor dreißig«, da trat eine kurze, aber unendlich vielsagende Stille ein. Und selbst in mir Selbst hallten diese Zahlenangaben plötzlich in ihrer ganzen steinalten Schrecklichkeit nach wie in einer verstaubten und verspinnwebten Friedhofsgruft.
John Lennon: Ein Mann zum Liebhaben?
Tja. Und kürzlich, als ich meiner Tochter (18) den zeitlosen Zauber der Beatles nahebringen wollte, da wurde mir plötzlich ebenso schmerzhaft bewusst, wie viele Filmschnipsel der Fab Four, die ich ihr auf YouTube zeigte, noch in schwarz-weiß waren. In schwarz-weiß! Für die Tochter also ungefähr so brennend interessant und gegenwärtig wie für mich früher Leipzig-Einundleipzig!
Doch gestern verirrte ich im Internet auf die Seiten von »Last.fm« und fand zu meinem größten Erstaunen in den Charts der meistgehörten Bands hinter Coldplay und Radiohead auf Platz 3 wen bitte? The Beatles. – Wow. Genau! Beatles 4 ever! Siehste? Ach ja, love, love, love ...
Und wo wir gerade beim Thema »Liebe« sind und seit »All You Need Is Love« ja nun inzwischen auch schon gute 40 Jahre Gras über die Sache gewachsen ist, da könnte ich's doch eigentlich auch endlich mal wagen und mein allerintimstes Beatles-Geheimnis beichten, oder? ... (Oh ja, tu es!)
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